Übungen bei Coxarthrose

Was Bewegung alles leisten kann! Gezielte Übungen spielen bei der Coxarthrose eine zentrale Rolle. Sie können Schmerzen lindern, Beweglichkeit erhalten und den Alltag erleichtern – ersetzen jedoch nicht die Diagnose eines Orthopäden und keine individuelle Therapie. Entscheidend ist, wie und wann man übt.
Inhaltsverzeichnis
Worum geht es in diesem Artikel?
Schonende, gezielt ausgewählte Übungen können bei Coxarthrose dazu beitragen, die Hüftfunktion möglichst lange zu erhalten und Schmerzen im Alltag zu reduzieren.
Das Wichtigste vorab zusammengefasst
- Bewegung ist bei Coxarthrose sinnvoll, Stillstand meist nicht
- Übungen sollen mobilisieren und stabilisieren, nicht überfordern
- Schmerz ist kein Trainingsziel
- Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität

Warum sind Übungen bei Coxarthrose überhaupt nötig?
Bei Coxarthrose verändert sich das Hüftgelenk schrittweise: Der Knorpel wird dünner, die Beweglichkeit nimmt ab, umliegende Muskeln verspannen oder bauen ab. Genau hier setzen Übungen an. Sie verbessern die Durchblutung, unterstützen die Gelenkführung und entlasten die Hüfte im Alltag.
Wichtig ist dabei ein realistischer Blick: Übungen können den Knorpel nicht „reparieren“. Sie helfen aber, Funktionen zu erhalten, Schmerzen zu reduzieren und Fehlbelastungen zu vermeiden. Wer sich gar nicht bewegt, riskiert eine raschere Verschlechterung.
Der Begriff Coxarthrose setzt sich aus dem lateinischen coxa (Hüfte) und dem griechischen arthron (Gelenk) zusammen und beschreibt damit wörtlich den Verschleiß des Hüftgelenks.
Welche Arten von Übungen sind bei Coxarthrose sinnvoll?
Nicht jede Übung ist für jedes Stadium geeignet. Grundsätzlich bewährt haben sich drei Bereiche:
- Bewegungserhaltende Übungen
Schonende, gleichmäßige Bewegungen unterstützen die Gelenkfunktion und wirken dem typischen Steifheitsgefühl entgegen, das vor allem nach längeren Ruhephasen auftritt. Entscheidend ist dabei nicht der Bewegungsumfang, sondern die Regelmäßigkeit. - Stabilisierende Übungen
Gezielt eingesetzte Muskelaktivierung hilft, das Hüftgelenk besser zu führen und im Alltag zu entlasten. Im Vordergrund steht eine funktionelle Stabilität, nicht Kraftsteigerung oder Training bis zur Erschöpfung. - Druckreduzierende Übungen
Positionen mit geringer Gelenkbelastung, etwa im Sitzen oder Liegen, können Schmerzen lindern und ermöglichen Bewegung auch dann, wenn das Hüftgelenk empfindlich reagiert oder die Arthrose weiter fortgeschritten ist.

Ziele von Hüftübungen im Überblick
Diese Tabelle zeigt eine Übersicht geeigneter Übungsarten.
| Übungsform | Ziel |
|---|---|
| Mobilisation | Beweglichkeit erhalten |
| Kräftigung | Gelenkführung verbessern |
| Entlastung | Schmerzen reduzieren |
| Koordination | Fehlbelastungen vermeiden |
Worauf sollte man beim Üben achten?
Ein häufiger Fehler ist der Gedanke „mehr hilft mehr“. Bei Coxarthrose ist das Gegenteil oft der Fall. Übungen sollten schmerzfrei oder maximal schmerzarm durchgeführt werden. Ein leichtes Dehngefühl ist akzeptabel, stechender Schmerz nicht.
Ebenso wichtig: Regelmäßigkeit. Kurze, tägliche Einheiten sind wirksamer als seltene, intensive Trainingsphasen. Wer unsicher ist, sollte sich die Übungen für die Hüfte anfangs professionell zeigen lassen, um Fehlbewegungen zu vermeiden.
Wann sind Übungen nicht ausreichend?
Übungen sind ein zentraler Baustein, aber nicht die einzige Maßnahme. Wenn
- Schmerzen auch in Ruhe auftreten,
- die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt ist oder
- nächtliche Beschwerden zunehmen
reicht Training allein oft nicht aus. Dann braucht es eine ärztliche Abklärung, um das Stadium der Coxarthrose realistisch einzuschätzen und die Therapie entsprechend anzupassen.
Der Gelenkknorpel selbst besitzt keine Schmerzrezeptoren – Schmerzen bei Coxarthrose entstehen erst dann, wenn umliegende Strukturen wie Knochen, Kapsel oder Muskulatur durch den Knorpelabbau gereizt werden.
Fazit
Übungen bei Coxarthrose sind kein Allheilmittel, aber ein wirksames Werkzeug. Richtig eingesetzt, helfen sie, Beweglichkeit zu erhalten, Schmerzen zu lindern und die Hüfte im Alltag zu entlasten. Entscheidend ist ein maßvoller, regelmäßiger Ansatz – angepasst an das jeweilige Stadium der Erkrankung.
