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Die Hüfte: Was tun, wenn sie knackt und schmerzt?

Versuch, in der Hüfte Schmerz zu lokalisieren

Häufiges Sitzen und einseitige sportliche Aktivitäten führen zu einer Verkürzung des Hüftbeugemuskels Iliopsoas sowie der zugehörigen Sehne, was Beschwerden in der Hüftregion verursachen kann.

Diese Problematik betrifft auch Menschen, die regelmäßig Radfahren. Viel Zeit im Sitzen und anstrengender Kraftsport führen oftmals ebenso zu diffusen Schmerzen in der Hüfte. Das Knacken sowie die Schmerzen in der Hüfte sind oft schwer genau zu lokalisieren, da die Sehne bei Dreh-, Beuge- und Streckbewegungen eine komplexe Bewegung durchführt.

Als Hüftspezialist in Graz informiere ich Sie gerne umfangreich zu Themen wie Hüftschmerzen oder Leistenschmerzen nach dem Sport. Hier finden Sie einige Tipps, die Ihnen bei Schmerzen im Bewegungsapparat, speziell beim „Knacken in der Hüfte“ helfen.

Das Wichtigste vorab zusammengefasst

  • Das Knacken in der Hüfte kann durch Gase in der Gelenkflüssigkeit entstehen und ist oft harmlos.
  • Sehnen, die über Knochen gleiten, können ebenfalls ein Knackgeräusch verursachen, besonders bei schnellen Bewegungen.
  • Bei älteren Menschen weist ein Knacken manchmal auf Gelenkabnutzung wie Arthrose hin.
  • Ein Labrumriss im Hüftgelenk kann auch Knacken verursachen und geht oft mit Schmerzen einher.
  • Fehlpositionierungen oder Fehlbelastungen im Gelenk, wie bei einer Dysplasie, können ebenfalls ein Knacken bewirken.
  • Längere Inaktivität oder einseitige Belastungen führen manchmal zu Versteifungen, die sich durch Knacken äußern können.
  • Gelegentliches Knacken ist meist unbedenklich, aber regelmäßiges Knacken mit Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen sollte ärztlich abgeklärt werden.

Auf der Suche nach der Ursache des Hüftknackens

Das Knacken in der Hüfte kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Häufig entsteht es durch die Freisetzung von Gasen aus der Gelenkflüssigkeit, was ein natürlicher und meist harmloser Vorgang ist. Manchmal wird das Geräusch durch Sehnen verursacht, die über Knochen oder andere Gelenkstrukturen gleiten, besonders bei plötzlichen Bewegungen oder bestimmten Übungen.

Bei älteren Menschen kann ein Knacken auf Gelenkabnutzung wie Arthrose hinweisen, wo die Reibung von rauen Gelenkflächen zu hören ist. Hierbei können gezielte Therapien eine Linderung der Beschwerden bewirken. Ein weiterer Grund könnte ein Labrumriss sein, eine Verletzung der Gelenklippe im Hüftgelenk, die oft mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergeht. Manchmal deutet das Knacken auch auf eine Fehlpositionierung oder Fehlbelastung im Gelenk hin, wie bei einer Dysplasie. Bewegungsmangel und einseitige Belastungen können ebenfalls zu Bewegungseinschränkungen und damit verbundenen Knackgeräuschen führen.

Versuch, in der Hüfte Schmerz zu lokalisieren
Wenn das Knacken in der Hüfte weh tut, sollte die Ursache abgeklärt werden

Für eine zielgerichtete Behandlung der Sehne ist es entscheidend, die Ursache des Knackens genau zu bestimmen. Mittels manueller Untersuchungen sowie zusätzlich bildgebender Diagnostik wie Röntgen und bei Bedarf auch MRT, können mögliche Entzündungsherde ausfindig gemacht werden. Ist dieser lokalisiert, kann eine Infiltration eine Besserung der Entzündung und somit der Schmerzen bewirken. Diese Betäubungsmethode kann auch dabei helfen, herzauszufiltern, ob die Schmerzen vom Hüftgelenk selbst oder dem Tractus, einem Sehnenstrang an der Außenseite des Oberschenkels, herrühren.

Die betäubende Infiltration enthält Kortison zur Beruhigung der Entzündung. Dieser Wirkstoff unterstützt auch die Physiotherapie.

Regelmäßiges Dehnen gegen schmerzende Hüften

Meldet sich das Ziehen erstmals oder öfters ist es ratsam regelmäßig zu dehnen. Hier finden Sie einige effektive Dehnübungen:

  • Hüftbeuger-Dehnung: In einem Ausfallschritt positionieren, wobei das hintere Knie auf dem Boden ruht. Das Becken nach vorne schieben, bis eine Dehnung im Hüftbeuger des hinteren Beines spürbar ist.
  • Piriformis-Dehnung: Im Sitzen ein Bein über das andere schlagen, so dass der Knöchel auf dem Knie des gegenüberliegenden Beines ruht. Den Oberkörper und das Becken vorsichtig nach vorne neigen, um eine Dehnung im Gesäßbereich zu spüren.
  • Adduktoren-Dehnung: Im Sitzen die Fußsohlen zusammenbringen und die Knie sanft nach außen drücken, um die Innenseite der Oberschenkel zu dehnen.
  • Gluteus-Dehnung: Auf dem Rücken liegend ein Bein anwinkeln und das andere Bein über das Knie des angewinkelten Beines legen. Mit den Händen das angewinkelte Bein greifen und zur Brust ziehen.
  • Seitliche Hüftdehnung: Im Stehen ein Bein über das andere kreuzen und sich zur Seite des überkreuzten Beines neigen, um die seitliche Hüftmuskulatur zu dehnen.

Tipp: Es ist wichtig, jede Dehnung vorsichtig und ohne ruckartige Bewegungen durchzuführen. Die Dehnung sollte für etwa 20 bis 30 Sekunden gehalten werden, um die volle Wirkung zu erzielen.

Physio Dehnübung für Hüfte
Spätestens mit der Physiotherapie werden Dehnübungen zum alltäglichen To-do

Fazit

Das Knacken in der Hüfte ist ein weit verbreitetes Phänomen, das verschiedene Ursachen haben kann. Während es oft harmlos ist und durch natürliche Prozesse im Gelenk entsteht, kann es in manchen Fällen auch auf ernsthaftere Probleme hinweisen, wie Gelenkabnutzung oder Verletzungen.


Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn das Knacken regelmäßig auftritt und von Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen begleitet wird. In solchen Fällen ist es ratsam, unsere Ordination aufzusuchen, um die genaue Ursache zu klären und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung einzuleiten. Das Bewusstsein für die eigene Körperwahrnehmung und eine frühzeitige Abklärung sind wichtig, um langfristige Gesundheitsprobleme zu vermeiden.