Die Hüfte knackt: Ursachen und was zu tun ist?

Häufiges Sitzen und einseitige sportliche Aktivitäten führen zu einer Verkürzung des Hüftbeugemuskels Iliopsoas sowie der zugehörigen Sehne, was Beschwerden in der Hüftregion verursachen kann.
Inhaltsverzeichnis
Worum geht es in diesem Artikel?
Dass eine Hüfte knackt, hat verschiedene Ursachen, die je nach Situation harmlos sein können oder ärztlich abgeklärt werden sollten.
Das Wichtigste vorab zusammengefasst
- Das Knacken in der Hüfte kann durch Gase in der Gelenkflüssigkeit entstehen und ist oft harmlos
- Sehnen, die über Knochen gleiten, können ebenfalls ein Knackgeräusch verursachen, besonders bei schnellen Bewegungen
- Bei älteren Menschen weist ein Knacken unter Umständen auf Gelenkabnutzung wie Arthrose hin
- Ein Labrumriss im Hüftgelenk kann ebenso Geräusche verursachen und geht oft mit Schmerzen einher
- Fehlpositionierungen oder Fehlbelastungen im Gelenk, wie bei einer Dysplasie, können ebenfalls ein Knacken bewirken
- Längere Inaktivität oder einseitige Belastungen führen manchmal zu Versteifungen, die sich durch ein mechanisches Schnappen äußern können
Warum knackt die Hüfte überhaupt?
Knackgeräusche in der Hüfte entstehen häufig durch mechanische Bewegungsabläufe von Sehnen und Muskeln und müssen erst im Zusammenhang mit begleitenden Symptomen richtig eingeordnet werden.
Bei Bewegungen wie dem Aufstehen, Drehen oder beim Sport können in der Hüfte knackende Geräusche auftreten. Besonders Menschen, die viel sitzen, regelmäßig Rad fahren oder intensiv Krafttraining betreiben, nehmen dieses Phänomen häufiger wahr. Ursprung ist oft die komplexe Zusammenarbeit von Muskeln und Sehnen rund um das Hüftgelenk, die bei Beuge-, Streck- oder Rotationsbewegungen über knöcherne Strukturen gleiten.
Ob ein solches Knacken harmlos ist oder mit Schmerzen, Instabilität oder Bewegungseinschränkungen einhergeht, lässt sich nicht immer sofort eindeutig beurteilen. Während mechanische Geräusche ohne Beschwerden meist unproblematisch sind, können zusätzliche Symptome auf eine behandlungsbedürftige Ursache hinweisen. Genau diese Unsicherheit führt bei vielen Betroffenen zu Verunsicherung.
Als Hüftspezialist in Graz ordne ich diese Beschwerden regelmäßig ein und kläre, ob funktionelle Ursachen vorliegen oder eine weiterführende Abklärung sinnvoll ist. Ziel ist es, zwischen vorübergehenden, harmlosen Veränderungen und strukturellen Problemen zu unterscheiden, die eine gezielte Behandlung erfordern können.
Folgende Tabelle zeigt mögliche Ursachen für Hüftknacken und ihre medizinische Einordnung
| Beobachtung | Möglicher Hintergrund | Medizinische Einordnung |
|---|---|---|
| Knacken ohne Schmerzen | Sehnen gleiten über knöcherne Strukturen, Gasfreisetzung im Gelenk | Meist harmlos |
| Knacken mit ziehenden Schmerzen | Reizung von Sehnen oder Schleimbeuteln | Abklärung sinnvoll |
| Knacken beim Sport | Funktionelle Überlastung, muskuläre Dysbalance | Oft konservativ behandelbar |
| Knacken mit Bewegungseinschränkung | Labrumläsion oder Gelenkveränderung | Ärztliche Abklärung empfohlen |
| Knacken im höheren Alter | Gelenkabnutzung (z. B. Arthrose) | Verlaufskontrolle sinnvoll |

Mögliche Auslöser fürs Knacken im Hüftgelenk
Ein Knacken in der Hüfte entsteht häufig durch harmlose mechanische Vorgänge wie Gasfreisetzung in der Gelenkflüssigkeit oder durch Sehnen, die bei Bewegung über knöcherne Strukturen gleiten.
Verschiedene Faktoren können dafür verantwortlich sein, dass es in der Hüfte zu einem Knacklaut kommt. Häufig entsteht es durch die Freisetzung von Gasen aus der Gelenkflüssigkeit, was ein natürlicher und meist harmloser Vorgang ist. Manchmal wird das Geräusch durch Sehnen verursacht, die über Knochen oder andere Gelenkstrukturen gleiten, besonders bei plötzlichen Bewegungen oder bestimmten Übungen.
Bei älteren Menschen kann so etwas auf Gelenkabnutzung wie Arthrose hinweisen, wo die Reibung von rauen Gelenkflächen zu hören ist. Hierbei können gezielte Therapien eine Linderung der Beschwerden bewirken. Ein weiterer Grund könnte ein Labrumriss sein, eine Verletzung der Gelenklippe im Hüftgelenk, die oft mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergeht.
Kortison wirkt entzündungshemmend, lindert Schmerzen und ermöglicht eine effektivere physiotherapeutische Behandlung.
Manchmal deutet das Knacken auch auf eine Fehlpositionierung oder Fehlbelastung im Gelenk hin, wie bei einer Dysplasie. Bewegungsmangel und einseitige Belastungen können ebenfalls zu Bewegungseinschränkungen und damit verbundenen Knackgeräuschen führen. Für eine zielgerichtete Behandlung ist es entscheidend, den Auslöser des Hüftknackens genau zu bestimmen.
Neben der klinischen Untersuchung kommen dabei je nach Befund bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT zum Einsatz. Eine gezielte Infiltration kann nicht nur entzündliche Prozesse lindern, sondern auch dabei helfen, einzugrenzen, ob die Beschwerden vom Hüftgelenk selbst oder von angrenzenden Sehnenstrukturen wie dem Tractus iliotibialis ausgehen.

Dehnen bei Hüftbeschwerden – was sinnvoll ist
Dehnübungen können bei funktionellen Hüftbeschwerden unterstützend wirken und die Beweglichkeit verbessern.
Die folgenden Übungen zielen auf häufig beteiligte Muskelgruppen rund um das Hüftgelenk ab und sollten langsam sowie schmerzfrei durchgeführt werden.
- Hüftbeuger
In einen Ausfallschritt gehen, wobei das hintere Knie am Boden aufliegt. Das Becken langsam nach vorne schieben, bis eine Dehnung im Hüftbeuger des hinteren Beines spürbar ist. - Piriformis
Im Sitzen ein Bein über das andere schlagen, sodass der Knöchel auf dem Knie des gegenüberliegenden Beines liegt. Oberkörper und Becken vorsichtig nach vorne neigen, bis eine Dehnung im Gesäßbereich spürbar wird. - Adduktoren
Im Sitzen die Fußsohlen aneinanderlegen und die Knie sanft nach außen sinken lassen, um die Innenseiten der Oberschenkel sanft zu strecken. - Gluteus
In Rückenlage ein Bein anwinkeln und das andere darüberlegen. Das angewinkelte Bein mit den Händen zur Brust ziehen, bis eine Dehnung im Gesäßbereich spürbar ist. - Seitliche Hüfte
Im Stand ein Bein über das andere kreuzen und den Oberkörper zur Seite des überkreuzten Beines neigen, um die seitliche Hüftmuskulatur zu dehnen.
Jede Dehnung soll vorsichtig und ohne ruckartige Bewegungen durchgeführt und für etwa 20 bis 30 Sekunden gehalten werden, um die volle Wirkung zu erzielen.
Fazit
Ein Knacken in der Hüfte ist ein weit verbreitetes Phänomen, das verschiedene Ursachen haben kann. Während es oft harmlos ist und durch natürliche Prozesse im Gelenk entsteht, kann es in manchen Fällen auch auf ernsthaftere Probleme – wie Gelenkabnutzung oder Verletzungen – hinweisen.
Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn dieses Geräusch regelmäßig oder sogar häufig auftritt und von Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen begleitet wird. In solchen Fällen ist unsere Ordination Ihr richtiger Kontakt, um die genaue Ursache zu klären und gegebenenfalls eine geeignete Therapie einzuleiten. Das Bewusstsein für die eigene Körperwahrnehmung und eine frühzeitige Abklärung sind wichtig, um langfristige Gesundheitsprobleme zu vermeiden.
